Ein hilfreiches Mittel für gute Teamarbeit kann ein Team-Vertrag sein. In diesem Team-Vertrag, den wir als Team gemeinsam erarbeiten, regeln und beschreiben wir die Verhaltensweisen, die wir leben wollen, und solche, die wir nicht (mehr) akzeptieren. Und wir vereinbaren Konsequenzen, wenn die Vereinbarungen des Team-Vertrag regelmäßig überschritten werden.

In vielen Organisationen sehe ich, dass Werte erarbeitet und aufgeschrieben wurden. Fast jedes Unternehmen nimmt sich vor, Verantwortung zu leben. Aber was bedeutet das konkret und wie handle ich in diesem Sinne? Das wird in den allermeisten Fällen die ich kenne, nicht weiter ausgeführt. Es wird anscheinend angekommen, dass man schon weiß, was damit gemeint sei. Es zeigt sich jedoch, dass in diesen Fällen die Werte zwar bekannt, aber doch nicht richtig ernst genommen werden.

Ich möchte gerne ein Beispiel geben, wie so ein Team-Vertrag aussehen könnte. Zuerst fragen wir uns als Team gemeinsam, welche Verhaltensweisen wir leben wollen. Dabei ist zu empfehlen, nur diejenigen Verhaltensweisen aufzuschreiben, die nicht selbstverständlich bereits gelebt werden. Beispiele hierfür könnten sein:

  • Wir sprechen Fehler offen an, dabei nutzen wir gewaltfreie Sprache, es geht um die Sache und nicht um die Person.
  • Wenn wir Feedback geben, dann sprechen wir zuerst an, was gut war, und sagen dann, was noch besser gehen könnte.
  • Jede Frage ist erlaubt, Antworten finden wir entweder selbst oder gemeinsam.
  • Entscheidungen treffen wir im Konsent, d.h. es müssen nicht immer alle zustimmen, ich kann auch sagen: ich bin zwar nicht dafür, aber ich unterstütze die Initiative trotzdem. Nur bei schwerwiegenden Einwänden wird erneut diskutiert. Mit diesem Vorgehen sparen wir viel Zeit.

Welche Verhaltensweisen akzeptieren wir nicht (mehr):

  • Kritik ohne produktive Vorschläge entweder inhaltlich oder prozessual.
  • Schlecht über andere sprechen, wenn diese nicht im Raum sind.
  • Zu lange Redebeiträge.
  • Nicht vorbereitete Meetings.
  • Regelmäßiges Zu-Spät-Kommen.
  • Schlechte Laune, motzen.

Natürlich sind dies nur Beispiele. Das Bemühen hier ist, die Verhaltensweisen so konkret wie möglich zu beschreiben. Das will geübt werden. Und es soll immer ein lebendiger Team-Vertrag bleiben, der regelmäßig überprüft, angepasst, und weiterentwickelt wird.

 

 

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