Heute möchte ich ein Thema mit Ihnen teilen, das mich seit unserer letzten Podcastfolge weiter beschäftigt: das innere Gespräch mit mir selbst. Inspiriert wurde ich dabei erneut von Rüdiger Safranskis Buch Einzeln sein und den Gedanken von Hannah Arendt.
Arendt beschreibt, wie entscheidend es ist, „mit sich selbst im Gespräch“ zu bleiben. Sie unterscheidet dabei zwischen dem Alltags-Ich – dem Teil, der lebt, reagiert und seinen Pflichten nachgeht – und einem zweiten Ich, das über das Alltags-Ich und dessen Handlungsweisen reflektiert, nachdenkt und unser Handeln hinterfragt. Dieser Dialog mit sich selbst birgt die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, sich andere, reifere Handlungsweisen vorzunehmen.
Verlieren wir diese innere Zwiesprache, verlieren wir leicht auch unser Gewissen, den Kontakt zum Herzen. Hannah Arendt sah in diesem Abbruch sogar die Wurzel des „Bösen“ – wie sie es in ihrem Werk über die Banalität des Bösen beschreibt.
Passend dazu halte ich gerade ein frisch erschienenes Buch in den Händen: Collaborating with the Enemy von Adam Kahane. Es geht darum, wie wir mit Menschen zusammenarbeiten können, die wir nicht mögen, denen wir nicht zustimmen oder denen wir nicht vertrauen. Sein Ansatz, inspiriert von politischen Prozessen wie in Südafrika, erinnert mich daran:
Wirkliche Zusammenarbeit – ob mit anderen oder mit mir selbst – entsteht nur, wenn wir im Gespräch bleiben.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieser Woche: Erst wenn ich mit mir selbst im Dialog bin, kann ich auch offen mit anderen in Verbindung treten.
Zum Weiterdenken:
• Wann war ich zuletzt bewusst mit mir selbst im Gespräch?
• Welche Qualitäten sehe ich in Menschen, mit denen ich mich schwer tue?
• Wie kann ich meinem Zukunfts-Ich, meinem Gewissen – dem was ich eigentlich will – heute ein Stück näherkommen?
Herzliche Grüße
Alexander Schwedeler
P.S.: Sie suchen noch ein Weihnachtsgeschenk? Dann wäre mein Buch “64 Tipps für Führungskräfte – Das Praxisbuch” eine Möglichkeit.
Übrigens: Jeder Mensch ist Führungskraft im eigenen Einflussbereich! Das Buch ist also für uns alle relevant.
Literatur
Einzeln Sein von Rüdiger Safranski
Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht über die Banalität des Bösen von Hanna Arendt
Collaborating with the Enemy von Adam Kahane

