Mondknoten als Wendepunkte

In unserem Lebenslauf durchlaufen wir unterschiedliche Rhythmen. Besonders spannend finde ich die Mondknoten, die etwa alle 18 Jahre und 9 Monate ihren Kreislauf vollenden. Sie markieren aus meiner Sicht entscheidende Wendepunkte im Leben:

  • Erster Mondknoten (ca. 18 Jahre): Unsere Ideale und Träume treten klar hervor. Es kann wie eine Art Erinnerung wirken an die Impulse, die wir – noch unbewusst – bei der Geburt hatten. Wir fragen uns: „Was will ich eigentlich im Leben?“ „Was interessiert mich, begeistert mich?“ Für mich war das damals eine Phase voller sportlicher Disziplin und spiritueller Suche – von Bruce Lee, Jeet-Kune-Do, über Taoismus und Laotse, Zen-Buddhismus und Anthroposophie. Das Praktische einerseits und das innere Lernen andererseits hat mein weiteres Leben dann stark geprägt.
  • Zweiter Mondknoten (ca. 37 Jahre): In dieser Zeit finden viele ihre berufliche Bestimmung. Nach Jahren des Ausprobierens und Lernens übernimmt man größere Aufgaben, die einen tragen können bis in die 50er-Jahre. Bei mir war es der berufliche Wechsel in die Niederlande zur Triodos Bank, bei der ich dann die nächsten 15 Jahre gearbeitet habe, davon die letzten sieben Jahre für die Gründung und Aufbau der Bank in Frankfurt am Main.  
  • Dritter Mondknoten (ca. 56 Jahre): Hier geht es um Neubewertung und Loslassen. Man sollte alles, was man bisher getan hat, einmal bewusst durchgehen und überlegen: „Mache ich dasselbe weiter – dann aber anders? Oder beginne ich etwas völlig Neues?“ Diese Loslassens- und Durcharbeitens-Phase ist entscheidend für ein gesundes, erfülltes Weiterleben bis in die 70ger Jahre und darüber hinaus. 

Persönliche Erfahrungen

Mit meinem eigenen dritten Mondknoten kam eine tiefe Erkenntnis: Ich durfte lernen, mich selbst ernster zu nehmen, gut für mich zu sorgen und mein bisheriges Leben bewusst aufzuarbeiten. Es war eine Phase der Verarbeitung von Schmerzen – den eigenen, und jenen, die ich glaubte, dass andere sie mir zugefügt haben. Ich hatte eine große innere Leere und durfte lernen, diese durch Einzeln-Sein selber zu füllen, statt sie durch „äußere“ Aktivität zu verdecken. Diese innere Arbeit hat mich zu mehr innerer Freiheit geführt.

Fazit

Die Mondknoten können uns inspirieren, regelmäßig innezuhalten und unsere Lebensrichtung zu prüfen. Wer die Signaturen dieser Phasen erkennt, kann Krisen oft besser verstehen und neue Lebensabschnitte bewusst gestalten.

Ich hoffe, meine Gedanken regen Sie an, Ihre eigenen Lebensrhythmen einmal zu betrachten. Vielleicht entdecken Sie dabei ein neues Kapitel, das auf Sie wartet.

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

Herzliche Grüße  

Alexander Schwedeler