Die Frage, ob wir die Fähigkeit zu denken durch die regelmäßige Nutzung der KI verlieren, beschäftigt zur Zeit einige Menschen, u.a. auch mich. Andere wiederum sind erstmal dabei, die KI und ihre Fähigkeiten zu entdecken. Sie probieren aus, was man damit alles machen kann.

Es ist ja wirklich erstaunlich, was die KI bereits alles kann. Einige in meinem Umkreis nutzen sie als Coach und befragen sie ausführlich. Durch die vielen Fragen, die man ihr als Coachee stellt, weiss die KI immer besser, welche Antworten auf die fragende Person passen. Sie weiss ja auch, was diese Person bereits alles im Internet an „Spuren“ hinterlassen hat. Sie zieht das alles mit in Betracht und gibt dann eine individuell zugeschnittene Antwort.

Da die KI bekanntlich nichts Neues erfindet, sondern sich auf das bereits vorhandene gesamte Weltwissen stützt und es mathematisch, statistisch auswertet, enthalten auch die Antworten in dem Sinne nichts Neues. Sie können natürlich trotzdem sinnvoll sein und weiterhelfen.

Die KI fungiert so besehen wie ein Spiegel. Sie kennt das Wissen der ganzen Welt, sie verarbeitet alles was digital zur Verfügung steht. Wenn Sie auf Ihre Privatsphäre nicht so achten, weiss die KI auch alles das von Ihnen, was Sie vielleicht nicht möchten, dass sie es weiss. Aber davon abgesehen: Sie ist ein Spiegel des menschlichen Wissens.

Stellt man ihr oberflächliche Fragen, gibt sie auch oberflächliche Antworten. Wenn Sie ihr tiefere Fragen stellen, wird sie tiefer gehende Antworten geben. Vieles liegt an der Art und Weise, wie Sie fragen. Objektivität gibt es da nicht. Die KI hört auch auf den Klang Ihrer Stimme, oder die Art wie Sie schreiben und passt sich daran an.

In meinem Buch „Die mutige Führungskraft“ vertrete ich die These, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist. Das bedeutet, dass wir mit unserem geistigen Ich unser Gehirn als Spiegelapparat zum Denken nutzen.

Auf die KI übertragen ergeben sich mir die folgenden Aspekte für Führungsfragen mit Blick auf die KI:

Leadership-Tipp der Woche

  • Nutzen Sie die KI mit dem Wissen, dass sie nichts Neues bringt.
  • Als Spiegelapparat des gesamten Weltwissens kann sie nützliche Informationen liefern.
  • Werden Sie sich Ihres eigenen Ichs bewusst, Ihrer geistigen Essenz.
  • Pflegen Sie das Gespräch mit sich selbst und bleiben Sie kritisch gegenüber dem Wissen der KI.
  • Bleiben Sie selbst „denkaktiv“, also stärken Sie den eigenen Denk-Muskel, der selber denkt.

Eines der Probleme bei der Nutzung der KI sehe ich darin, dass man passiv wird, dass man „denkfaul“ wird. Wenn einem nichts einfällt, fragt man die KI. Je weniger ich mein eigenes Denken, im Bewusstsein meines eigenen aktiven Ichs, nutze, desto mehr übernimmt die KI die Führung und meine eigene Fähigkeit zu denken nimmt ab.

Wie also behalten wir als Menschen die Führung über uns selbst und über die KI?

Mit dieser Frage werde ich mich in den folgenden Newslettern von „Führen mit Herz“ auseinandersetzen.

Herzliche Grüße
Alexander Schwedeler

P.S.: Sie können mein Buch „Die mutige Führungskraft – Führung auf der Basis eines erweiterten Menschenbildes“ direkt bei mir (Mail an: alexander.schwedeler@pm.me oder bei Amazon erwerben.