Gute Experten, zum Beispiel Ärztinnen, Juristinnen, Finanz‑ oder Marketingexpertinnen, Handwerkerinnen, Künstler*innen usw., konzentrieren sich stark auf Details, auf Perfektion, und auf die Ergebnisse ihres Fachgebiets. Sie liefern exzellente Arbeit, verlieren dabei jedoch leicht das Gesamtbild und das Bewusstsein für ihre Umgebung.
Wenn Experten in Führungsrollen wechseln, bleiben sie häufig in ihrer Detail‑ und Fachorientierung verhaftet (Beispiel: Der Auto-Ingenieur, der das Projektmanagement für den Autobau perfekt kann, und nun seine Teams auf ähnliche Art und Weise versucht zu führen). Das führt zu Überlastung, fehlender Übersicht und ineffizienter Team‑ bzw. Personenführung.
Führung bedeutet, sich aus dem reinen Experten‑Modus zu lösen und eine höhere Abstraktionsebene einzunehmen. Dazu muss ich eine neue Art von innerer Sicherheit entwickeln, weil ich mich dann nicht mehr (ausschliesslich) auf mein Expertentum stützen kann. Einige Aspekte dieser inneren Entwicklung beschreibe ich im Audio der aktuellen Podcastfolge etwas ausführlicher.
Führung führt in erster Linie Menschen. Damit das gelingt, braucht es Menschenkenntnis. Führung führt natürlich auch Sachen, Geschäfte, Organisationen. Dafür muss sie Kernbotschaften klar und prägnant vermitteln, ohne sich im Detail zu verlieren.
In dem Buch „Coherence“ von Alan Watkins, London 2014, wird ein – wie ich finde – sehr gutes Konzept beschrieben, um die Entwicklung vom Experten zur Führungskraft besser zu verstehen und zu fördern, bzw. für sich selbst anzuwenden. Dort ist die Rede von 10 Entwicklungsstufen: Von Undifferenziert, zu Impulsiv, zu Konformist, zu Experte, zu Integrator, zu Magier und zur höchsten Entwicklungsstufe, der Stufe des Einheitsbewusstseins (für alle 10 Stufen, siehe im Buch Seite 216).
Ich habe das Konzept „Leadership Evolution“ genannt, auf 9 Seiten zusammengefasst (PDF auf Anfrage bei mir verfügbar), und vielfach in meinen Leadership Masterclasses weltweit gelehrt und in der Praxis angewendet. So bekommt das Konzept praxisrelevanz und wird anwenderfreundlich.
Als Führungskraft fokussieren Sie darauf, ihre Teams gut zu moderieren. Lösungen finden Sie immer gemeinsam. Sie können gute Fragen stellen. Sie ruhen gut in sich selbst, weil Sie die dafür notwendige innere Arbeit tun. Ihre Expertise sind in erster Linie die Menschen und das große Ganze, um das es geht.
Herzliche Grüße
Alexander Schwedeler
Literatur: Coherence von Alan Watkins, London 2014

