In Zeiten ständiger Veränderungen und Unwägbarkeiten stellen wir uns alle die Frage: Wie können wir in Unsicherheit souverän führen? Die Antwort liegt oft in unserer eigenen Entwicklung – in unseren Bewusstseinsstufen, in dem Entwicklungsgrad unseres Bewusstseins.

Hinweis: Im Podcast erkläre ich die Inhalte dieses Newsletters viel ausführlicher und bringe auch persönliche Erfahrungen mit ein. 

1. Führung in unsicheren Zeiten

Ob im Unternehmen, in der Familie oder im persönlichen Umfeld: Unsicherheit ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Der Harvard Business Review empfiehlt, starre Gewohnheiten und Routinen zu hinterfragen und „zu entlernen“, um in neuen, unklaren Situationen flexibel reagieren zu können. Führung bedeutet heute nicht mehr, nur auf Werkzeuge und Checklisten zu vertrauen, sondern auf die Fähigkeit, präsent und aufmerksam zu agieren.

2. Die Bewusstseinsstufen der Führung

  • Gefühlsebene: Reiz und Reaktion liegen eng beieinander. Wir reagieren spontan und emotional.
  • Verstandesebene: Wir schaffen Raum zwischen Reiz und Reaktion, analysieren, verstehen und ordnen.
  • Präsenz- und Handlungsebene: Wir vertrauen auf unsere Erfahrung und Intuition, handeln aus einer inneren Ruhe heraus.
  • Transpersonale Ebene: Unser Handeln geht über das eigene Ego hinaus und berücksichtigt das Wohl des Ganzen.

Je höher unsere Bewusstseinsstufe, desto leichter fällt es uns, flexibel, gelassen und wirksam zu führen.

2. Die Bewusstseinsstufen nach David Deida

Man kann die Bewusstseinsstufen auf verschiedene Weise darstellen und verstehen. Deswegen bringe ich hier die Bewusstseinsstufen nach David Deida. Da es anders ausgedrückt ist, hilft es vielleicht dem einen oder anderen, sich der Sache noch klarer zu werden:

  • Körpergebunden: Die unmittelbaren persönlichen Bedürfnisse bestimmen das Handeln. Die Sichtweise ist ego-zentriert und primär auf das eigene „Ich“ ausgerichtet.
  • Mental- und beziehungsorientiert: Das Gegenüber tritt stärker ins Bewusstsein. Das Handeln richtet sich nach allgemein gültigen Werten und Rollen. 
  • Transzendiert: Die Welt wird immer mehr als Einheit erlebt. Damit einher geht das Erleben von tiefer Präsenz und innerer Freiheit. 

Jeder Mensch kann durch Praxis, Reflexion und integrative Erfahrungen (z. B. intime Beziehungen, Meditation, bewusste Arbeit an eigenen Mustern) von der ersten zur dritten Stufe aufsteigen. 

Sind wir immer mehr in der Lage, das Richtige im richtigen Moment zu tun, kann auch Führung besser gelingen. Vertrauen und psychologische Sicherheit untereinander spielen hierbei eine wichtige Rolle. Nur wenn ich mir selbst, und dann auch den anderen, vertraue, kann sich das Team zu Höchstleistung entwickeln und immer besser auch in Unsicherheit agieren. 

Dann werden auch die Rollen flexibel gehandhabt. Die Führung übernimmt die- oder derjenige, der für die jeweilige Situation am besten geeignet ist. Die anderen ordnen sich dem in einem dynamischen Vorgang hierarchisch unter. 

4. Dynamische Führung aus der Praxis der Navy Seals

Rich Divine beschreibt in seinem Buch Masters of Uncertainty das Konzept der „dynamischen Unterordnung“: Die Führung wechselt flexibel zur Person mit der größten Kompetenz für die jeweilige Situation. So entsteht ein Prozess, in dem Vertrauen, Teamarbeit und Effizienz Hand in Hand gehen.

5. Fazit

Führung in Unsicherheit beginnt bei uns selbst. Wer bereit ist, alte Muster zu entlernen, auf Präsenz zu setzen und das Wohl des Ganzen im Blick zu behalten, wird zum „Master of Uncertainty“. 

Vielen Dank fürs Lesen und bis zur nächsten Ausgabe!

Herzliche Grüße  

Alexander Schwedeler 

Quellen u.a.: David Deida „The Way of the Superior Man“.