Liebe Leserin, lieber Leser,

wir kommen zum dritten Schritt beim Grenzen ziehen, nämlich die gesetzte Grenze auch einhalten.

Das ist vielleicht der schwerste Schritte von den drei Schritten, die ich in der kleinen Youtube Miniserie: Grenzen setzen behandelt habe.

 

Die drei Schritte beim Thema Grenzen sind:

 

  1. Merken, dass ich eine Grenze ziehen muss.
  2. Die Grenze ziehen, sie gut kommunizieren.
  3. Die Grenze einhalten.

Die Grenze einhalten

 

Die Grenze einhalten beinhaltet, dass es Konsequenzen gibt, wenn sie nicht eingehalten wird.

Es kann sein, dass ich um des sozialen Frieden willens, die (harte?) Konsequenz noch nicht gleich mit nenne, wenn ich die Grenze setze. Vielleicht auch noch nicht beim zweiten Mal, wenn ich die Grenze wiederum setze.

Aber irgendwann muss ich die Konsequenzen erwähnen, auch wenn es weh tut. Es tut dann meist mir selber auch weh. Es muss aber sein.

Ein Beispiel aus meinem Leben: Eine mir nahe Person hat immer wieder über dieselbe Sache geklagt, fast bei jedem Telefonat. Ich habe irgendwann die Grenze gesetzt, klar kommuniziert, dass ich das nicht mehr hören will. Ich habe dann die Konsequenz erklärt, wenn es wieder passiert. Als es dann jedesmal wieder passierte, habe ich mich erklärt, die Konsequenz wiederum erläutert, und aufgelegt, also das Telefonat beendet. Erst dann wurde es besser.

In Führungssituationen in der Organisation braucht es ebenfalls diese Klarheit von gewünschter Verhaltensweise, klaren Grenzen, und Konsequenzen, die alle kennen. Die Konsequenz kann ein Prozess von 3-6 Monaten sein, in welchem die gewünschte Verhaltensweise eingeübt wird. Wird danach die Grenze immer wieder überschritten, kann sich die Person also nicht entwickeln, dann ist die Konsequenz entweder Versetzung oder Trennung.

Das sind schwierige Prozesse. Aber oftmals sind sie deswegen so schwierig, weil der ganze Komplex nicht klar ist: Die gewünschten Verhaltensweisen sind nicht klar, die eigene Entwicklung dahin wird nicht gefördert und unterstützt, und die Konsequenzen bei Nicht-Einhaltung gibt es gar nicht.

Dann erfolgen Trennungen entweder viel zu spät, oder zu schnell und zu hart. In beiden Fällen sieht man sich dann u.U. im Gerichtssaal wieder.

Das Thema “Grenze einhalten”, überhaupt das ganze Thema der Grenzen, ist natürlich viel größer, als ich es hier behandeln kann. Es scheint aber zu interessieren, was die Klickraten auf meine Youtube Videos zeigen.

 

Wachheit und Bewusstsein

 

Zum Abschluss noch eine Anregung. Ich kann dass Thema auch auf mein “Ich” beziehen. Mit meinem “Ich”, mit Wachheit und Bewusstsein, führe ich mich so, dass mich zum Beispiel beleidigende, verletzende Sätze nicht persönlich treffen.

Ich lasse mich also nicht verletzen.

Ich bin in der Lage mich so zu führen, dass ich davon lerne, aber dass es mich nicht schwächt.

So kann ich über konkrete ich-bezogene Verhaltensweisen reflektieren und sie anwenden. Diese sind zum Beispiel: Mich halten. Mich gesund abgrenzen. Mich führen. Mich tragen. Mich wehren. Mich gern haben.

Das alles damit wir lernen, immer besser miteinander auszukommen. Denn darum geht es doch.

Herzliche Grüße
Alexander

PS: Bist du an einem 1:1 Coaching interessiert? Dann melde dich gerne über alexander.schwedeler@pm.me für ein erstes kostenloses Gespräch bei mir.

 

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